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Wie bei allen anderen Säugetieren auch, gibt es bei uns Mümmelmännern männliche und weibliche Tiere. Die Männchen werden Rammler und die Weibchen Zippe oder einfach Häsin genannt. Wir Kaninchen sind sehr vermehrungsfreudig was bedeutet, das wir durchaus mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen können, wenn der Mensch nicht regulierend eingreift.

Wir möchten Euch hier ein paar grundlegende Sachen über unsere Vermehrung , Trächtigkeit , Geburt bzw. die Möglichkeiten der Verhinderung von ungewolltem Nachwuchs (Kastration, Sterilisation) vermitteln. Unsere Erfahungen bezüglich Kastration und Sterilisation könne Ihr hier ebenfalls nachlesen.

Vermehrung Seitenanfang

Wenn Ihr von Euren Mümmels Nachwuchs wünscht, solltet Ihr Folgendes beachten:

  • Achtet bitte darauf, dass beide Elterntiere gesund sind.
  • Die Häsin sollte beim 1. Deckackt mindestens 6 Monate alt sein um auszuschließen, dass sie noch nicht ausreichend entwickelt ist und eventuell körperlichen Schäden davontragen könnte.
  • Die Häsin sollte nicht kleiner sein als der Rammler, da es sonst bei der Geburt zu Komplikationen kommen kann, wenn der Geburtskanal zu klein für die Jungen ist. Ist der Rammler kleiner als die Häsin, so schadet das nicht.
  • Das beste Alter für den Nachwuchs liegt bei der Häsin zwischen 9 Monaten und 4 Jahren. Der Rammler dagegen ist länger leistungsfähig und kann durchaus bis zu 8 Jahren gesunden Nachwuchs zeugen.
  • Für eine erfolgreiche Paarung muss die Häsin zum Decken bereit sein. Diese Phase der Bereitschaft nennt man Brunst oder Hitze. Beim Wildkaninchen sind die Zeiträume der Brunst periodisch, bei uns Haus- oder Zwergkaninchen ist die Bereitschaft das ganze Jahr über vorhanden.
  • Die Deckbereitschaft der Häsin erkennt man an derAggresivität gegenüber ihren weiblichen Artgenossen und am Sprühen von Duftstoffen, die dem Rammler die Paarungsbereitschaft signalisieren sollen.
  • Für den Fall, dass die paarungswillige Häsin nicht bereits mit dem Rammler zusammen gehalten wird, wird die Häsin zum Rammler gebracht, aber niemals umgekehrt. Eine Häsin kann in ihrem eigenen Revier sehr unvertraglich (Weiber sind ebend zickig) sein und den Rammler eventuel veletzen.
  • Der Rammler wirbt um die Häsin, indem er sie um die Analgegend beschnuppert. Mit seinen Kinndrüsen markiert er sein Revier und das Weibchen. Mit seinen, mit dem Harn ausgesprühten Duftstoffen "parfümiert" der Rammler seine Häsin.
  • Ist die Häsin zum Deckakt bereit , legt sie sich flach auf den Boden und hebt ihren Schwanz nach oben. Der Rammler hat es somit leichter, in das Weibchen einzudringen. Mit schnellen aufeinanderfolgenden Bewegungen wird die Häsin dann gedeckt.
  • Nach dem Deckakt fällt der Rammler dann von der Häsin herunter und bleibt seitlich wie gelähmt einige Sekunden liegen. Dabei gibt er merkwürdig grunzende Geräusche von sich.
  • Ca. 12 Stunden nach dem Deckakt erfolgt bei der Häsin der Eisprung und somit die Befruchtung der Eier. Die Häsin ist tragend.

 

 

Bärbel und Mucki

  • Vor dem Deckakt stubsen wir uns an und schmusen. Das machen Häsin und Rammler auch, wenn die Häsin noch nicht bereit ist, aber die beiden sich sympatisch finden.

Bärbel und Mucki

  • Hier simulieren wir für Euch, wie so ein Deckakt aussehen könnte. Natürlich ist das nur für Euch zum Zeigen, da ich (Bärbel) hier auf meinem Freund Mucki die Paarung demonstriere.

    (Mucki hatte keine Lust, also musste ich es machen

Bärbel, hier ca. 9 Wochen alt

Trächtigkeit Seitenanfang

  • Nach dem Eisprung und der Befruchtung dauert die Tragezeit der Häsin ca. 28 bis 32 Tage.
  • Während der Tragezeit kann die Häsin ihr Verhalten gegenüber ihren Artgenossen und auch dem Menschen ändern. Sie wirkt nervös, hektisch und kann auch mit Bissigkeit reagieren. Der Auslöser dafür, ist der sich in der Trächtigkeit entwickelnde Beschützerinstinkt. In diesem Fall solltet ihr Geduld und Nachsicht üben. Dieses Verhalten ändert sich nach der Trächtigkeit wieder. Die Häsin braucht in dieser Phase viel Ruhe und Einfühlungsvermögen.
  • Während der zweiten Hälfte der Trächtigkeit sollte die Häsin nicht mehr unnötig hochgehoben und herumgetragen werden um eine mögliche Verletzung der kleinen Kaninchen im Mutterleib zu vermeiden.
  • 3-4 Tage vor dem Geburtstermin sollte der Käfig nochmals gründlich gereinigt und ein Wurfhäuschen hineingestellt werden. Die Häsin wird das Häuschen dankend annehmen und sofort beginnen, es mit Stroh auszupolstern. Weiterhin wird sie sich Fell von ihrem Unterbauch ausrupfen und das Nest damit weich auspolstern.

Geburt Seitenanfang

  • Die Geburt der kleinen Mümmels geht mitunter so schnell von statten, dass ganz plötzlich 3-10 nachte Junge im Nest liegen, ohne dass man etwas davon gemerkt hat.
  • Kaninchen sind Nesthocker und nach der Geburt blind, taub und nackt, also völlig hilflos. Die Häsin beginnt nach der Geburt sofort, die Nabelschnur durchzutrennen und die Kleinen trockenzulecken. Es kann passieren, das eins oder mehrere Junge nicht im Nest liegen. Eine Häsin trägt diese Jungen nicht ins Nest, so dass Ihr das vorsichtig übernehmen müsst, da die Kleinen sonst an Unterkühlung und Hunger sterben würden.
  • Schon kurze Zeit nach der Geburt suchen die Kleinen die Zitzen der Häsin und fangen an zu säugen.
  • Die jungen Kaninchen werden täglich ein bis zwei Mal von der Häsin gesäugt. Die Kleinen brauchen zu Beginn viel Wärme und sind anfangs nicht in der Lage, ihr Nest zu verlassen.
  • Zum säugen liegen die Jungen auf dem Rücken unter dem Bauch der Häsin. Um die Verdauung anzuregen, leckt die Häsin nach dem Füttern den Bauch der Kleinen.
  • Nach 20-22 Tagen verlassen die Jungen das Nest und beginnen an Zweigen, Heu und am Futter herumzuknabbern. Zu diesem Zeitpunkt sind ihre Sinnesorgane (Augen, Gehör) sowie ihr Fell bereits vollständig ausgebildet. Es empfielt sich, den jungen Kaninchen nun ein Aufzuchtfutter zu verabreichen.
  • Die jungen Kaninchen sollten so lange wie möglich bei der Mutter belassen aber auf keinen Fall vor der 8. Woche von der Mutter getrennt werden.
 

Kastration/ Sterilisation Seitenanfang

Die Kastration bzw. Sterilisation sind bewährt angewandte Methoden, um unserer Vermehrungsfreudigkeit Einhalt zu gebieten und eine kontrollierte Züchtung zu ermöglichen. Wird eine dieser Methoden beim Rammler oder der Häsin angewand, ist diese(r) jedoch nicht mehr zeugungsfähig.

Zunächst erst einmal ein paar klärende Worte zu den Begriffen Kastration und Sterilisation. Viele glauben doch tatsächlich, die beiden Begriffe bedeuten das gleiche, nur das man das Unfruchtbarmachen des Rammlers Kastration und das Unfruchtbar-machen der Häsin Sterilisatin nennt. Das ist jedoch vollkommen falsch, da man Rammler sowohl auch Häsin kastrieren als auch sterilisieren kann.

Kastration:

  • Die Kastration bedeutet immer eine Entfernung der inneren männlichen bzw. weiblichen Geschlechts-organe.
  • Beim männlichen Tier werden hierbei die Hoden vollständig entfernt. Dieser Eingriff ist relativ unkompliziert. Durch einen kleinen Einschnitt in die Bauchdecke werden die Hoden von den Samenleitern getrennt und dem Körper entnommen.
  • Dem weiblichen Tier werden bei diesem Eingriff die beiden Eierstöcke und die Gebährmutter entfernt. Dieser Eingriff ist schon etwas komplizierter, da hier im offenen Bauchraum operiert werden muss.

Sterilisation:

  • Bei der Sterilisation erfolgt grundsätzlich keine Entfernung der inneren männlichen bzw. weiblichen Geschlechtsorgane.
  • Beim männlichen Tier werden hierbei lediglich die Samenleiter durchtrennt, damit das Sperma nicht mehr nach draußen abgeführt werden kann. Die Hoden bleiben dabei voll funktionstüchtig.
  • Beim weiblichen Tier werden bei der Sterilisation die Eileiter durchtrennt. Dadurch können keine reifen Eier mehr in die Gebährmutter gelangen und es kann somit zu keiner Befruchtung kommen.

Zusammenfassend sei zu sagen: Eine Kastration ist immer die Entnahme (Entfernung) der inneren Geschlechtsorgane und eine Sterilisation nur eine Unterbrechung der Wege des Spermas (Samenleiter) und der Eizellen (Eileiter).

 

Unsere Erfahrungen Seitenanfang

Muckis  ErfahrungenMucki-Fucki

Ich wurde schon als kleiner Mümmel im Alter von 3,5 Monaten kastriert. Warum? Na ja.........

  1. Ich sollte nicht der Vermehrung dienen sondern zum Liebhaben und Kuscheln sein.
  2. Ich habe meinen Menschen immer angesprüht (markiert) und das fand er wohl nicht so toll. Auch hat das wohl nicht so gut gerochen.
  3. Mein Mensch hat mich dann kastrieren lassen (Entfernung der Hoden) aber das war nicht schlimm. Ich wurde mit einem Narkosemittel eingeschläfert, habe die OP gut überstanden und gar nichts gemerkt. Am nächsten Tag war ich wieder top fit.
  4. Einige Zeit später hatte ich dann ganz schön zugenommen. Mein Mensch hat mich irgendwann auf Diät gesetzt (weniger Trockenfutter aber immer Heu und Grünes) und jetz sehe ich wieder schick aus. Ich bin viel ruhiger geworden, markiere nicht mehr meinen Menschen und andere Gegenstände, kann aber trotzdem noch rumtoben und riesen Luftsprünge machen.

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Bärbel im Tiefschlaf

Ich nach meiner OP, frisch zu Hause angekommen, noch in meiner Transportkiste.

 

Bärbel, noch immer nicht wach

Meine Menschen sind besorgt, da ich noch nicht wach bin. Dabei wollte ich doch nur mal ausschlafen.

 

 

Bärbels Erfahrungen Bärbel

Bei mir war das ein bißchen anders. Da mein Mucki schon kastriert war konnte mir ja bezüglich Nachwuchs nichts mehr passieren. Eine derartige Operation war bei mir nicht vorgesehen. Aber jetzt kommt es: Meine Hormone sind mit mir durchgeknallt und ......

  1. Ich habe Mucki- Fucki permanent belästigt indem ich ständig hinter ihm her war, auf ihn aufgesprungen und nicht mehr von seiner Seite gewichen bin (Er wurde manchmal schon richtig sauer und hat mich dann durch die Stube gejagt)
  2. Ich habe alles markiert und besprüht (ja auch Mädchen können das) was mir in die Quere kam. Dazu gehörte mein Mucki, Möbel, Teppich unseren Stall u.s.w.. Alles war ständig nass und hat nach meinem "Parfüm" gerochen.
  3. Meine Menschen fanden das, wie Mucki auch, überhaupt nicht toll und haben sich dazu entschlossen mich kastrieren zu lassen, damit sich meine Hormone wieder einkriegen.
  4. Tja, und so bekam ich eines morgens nichts zu essen, wurde von meinem geliebten Mucki getrennt und in einen Käfig mit Sägespänen und nur einer Flasche Wasser gesperrt. Dort musste ich bis zum Abend "hungern" (es wurde gesagt, dass wir Mümmels vor so einer OP keinen vollen Magen haben dürfen, was allerdings falsch ist und eigentlich nicht so fabriziert werden sollte) und wurde dann in eine Kiste gesetzt und zum Tierarzt geschafft. Dort bekam ich eine Spritze und schlief dann ganz fest. Von der OP habe ich nichts gemerkt.
  5. Es dauerte Stunden, bis ich langsam wach wurde. (Meine Menschen waren schon besorgt - s. Bild links)
  6. Am nächsten Tag hatte ich gar keinen Hunger, so dass meine Menschen mit mir besorgt am Abend zum Tierarzt fuhren. (Wir Kaninchen sind nämlich Dauerfresser und wenn wir länger als 2 Tage nichts gefressen haben kann das für uns lebensbedrohlich sein, da unser Verdauungsapparat dann versagen kann.) Der hat mir dann ein Appetitanregendes Mittel gespritzt und kurze Zeit darauf stellte sich mein Hunger wieder ein.
  7. Mein Mucki ist jetzt glücklich. Wir schmusen viel zusammen und lecken uns das Fell aber mehr will keiner von uns beiden. Und meine Menschen freuen sich, dass der Teppich trocken bleibt, wenn ich in der Stube Auslauf bekomme.
Fienes Erfahrungen

Fiene

Ich kann da nicht mitreden. An mir ist noch alles dran. Da ich nicht unmittelbar mit Mucki zusammen sein kann (nur Kontakt durch den Hasendratzaun, da ich mich mit Bärbel nicht vertrage) kann ich meine Gefühle noch unter Kontrolle halten. Ein bißchen Reviermarkierung nehme ich auch manchmal vor, aber es liegt noch im Rahmen , den meine Menschen dulden.

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